Mariensiel und die Eisenbahn
Am 5. Juli 1865 erfolgte der Anschluss des Ortes an die Eisenbahnlinie von Oldenburg zum gerade neu gegründeten Marine-Etablissement im „Königlichen Preußischen Jadegebiet“, dem späteren Wilhelmshaven. Nach dem ersten Weltkrieg musste der Wochenend- und Feiertagsverkehr auf Grund von Kohlemangel eingestellt werden. Durch die Bahn entwickelte sich der Ort für Gäste aus nah und fern zu einem Erholungsort. Die letzten Nachtzüge nach Wilhelmshaven waren oft voll mit tanzlustigen Nachtschwärmern aus Mariensiel (der Marienburg). Die Marienburg (jetzt Wilhelmshavener Straße 3 u. 3a) war ab 1908 als Gaststätte und Tanzlokal für Herrschaften der besseren Gesellschaft konzipiert. Der Ausflugsort Mariensiel wurde immer beliebter, besonders wegen seiner Tanzveranstaltungen. Das linke obere Bild zeigt die Bahnstation um 1912, rechts daneben die alte Eisenbahndrehbrücke über den Ems-Jade-Kanal. Darunter rechts: Blick auf das Bahnhofsgelände - links im Bild die Ziegelei. Zweite Reihe das
mittlere Bild: Hier wird gerade das Gleis der Werftbahn im Rahmen des Brückenneubaus 1931 angehoben. Links unter der Lampe der alte Turm der ehemaligen Marienburg. Rechts das Stellwerk. Dritte Reihe, linkes Bild: das alte Stellwerk. Bild rechts außen: Bahnhof mit Vorortbahn. 4. Reihe, Mitte: Originalfahrkarte. Rechts daneben: Der Blick von der Ebkeriege aus in Richtung Mariensieler Bahnhof. Letzte Reihe: Die neue Eisenbahnklappbrücke. Der letzte Zug hielt auf dem Bahnhof Mariensiel am 21. Mai 1977. Danach wurden der Bahnsteig, das Abfertigungsgebäude und der Tunnelzugang abgerissen. Heute fährt die Nordwestbahn an Mariensiel vorbei. Nur zum Wochenende an der Jade fährt der „Sande-Express“ (Uerdinger Schienenbus der Hümmlinger Kreisbahn aus dem Jahr 1955) die Privatstrecke der Interseroh Jade-Stahl GmbH vom Sander Bahnhof über Mariensiel bis zur Jadeallee und hält an der eingerichteten Haltestelle am nördlichen Fußgängerüberweg.
